Sie haben sechs Stunden lang gekämpft. Doch am Ende stand die erste Mannschaft des Schachvereins Königsspringer Haltern mit leeren Händen da. Am dritten Spieltag der Relegation zum Aufstieg in die Verbandsliga unterlagen die Königsspringer der Rochade Essen Steele / Kray mit 3:5.

Nach dem 1:7 zum Auftakt beim Post SV Bochum und dem 4:4 zwischen Bochum und Essen, mussten die Halterner auf jeden Fall gewinnen. Doch gerade in diesem wichtigen Spiel fielen mit Alfons Schulz und Hans-Jürgen Kürten, sie wurden durch Günther Dreckmann und Ludger Lautenschütz ersetzt, die ersten beiden Bretter aus.

Dennoch ging man guten Mutes ins Match. Hatten die Gastgeber in der abgelaufenen Saison doch gerade gegen Essener Mannschaften (5,5:2,5 gegen Bergeborbeck und 6:2 gegen Listiger Bauer) ihr bestes Schach gezeigt. Die Essener gingen jedoch als klarer Favorit ins Rennen. Von Brett 1 bis Brett 8 waren sie durch die Bank gleich stark besetzt. Im Schnitt bedeutete das 1988 DWZ gegen 1856 DWZ.

Von Beginn an wurde es der erwatet verbissene Kampf. Es dauerte über zwei Stunde ehe die erste Partie entschieden wurde. Marco Lombardi kam zu einem leistungsgerechten Remis.

Doch nur wenig später gingen die Essener in Front. Mannschaftsführer Michael Rath hatte das Nachsehen. Nach einer fulminanten Eröffnung fand er nicht die richtige Fortsetzung.

Ersatzspieler Dreckmann wurde mit einer seltenen Eröffnung zunächst kalt erwischt. Doch er fand schnell ins Spiel und vermochte die Stellung ausgeglichen zu halten und kam zu einem gerechten Remis. Es folgte der Auftritt von Ludger Lautenschütz. Von Beginn an setzte er seinen Gegner unter Druck. In hoher Zeitnot übersah dieser eine schöne Kombination von Lautenschütz. Mit diesem souveränen Sieg unterstrich der Nachwichsspieler seine Ambitionen für die neue Saison.

Und es kam noch besser. Ebenfalls in der Zeitnotphase entschied Martin Weber seine Partie zu seinen Gunsten. Lange Zeit schien die Stellung ausgeglichen. Doch wie so oft schaffte es Weber, in hoher Zeitnot immer die richtigen Züge zu finden. Auch diesmal nutzte er die erste Ungenauigkeit seines Kontrahenten aus. Damit hat Weber in dieser Saison unglaubliche 8,5 Punkte aus zehn Partien geholt!

Trotz der 3:2 Führung der Seestädter gaben sich die Essener, die in den letzten beiden Jahren in der Aufstiegsrunde gescheitert sind, nicht geschlagen. Edgar Ribbeheger lehnte im Mittelspiel ein Remisangebot seines Gegners ab. Doch im weiteren Verlauf verlor er einen Bauern. Diesen Vorteil ließ sich der Spitzenspieler der Gäste nicht mehr nehmen und glich zum 3:3 aus.

Nun spielten nur Josef Czarnik und Ralf Buthmann. Beide hatten ausgeglichene Stellungen auf ihren Brettern. Da zum Aufstieg jedoch ein Sieg benötigt wurde, spielten beide auf Sieg. Fast sechs Stunden versuchten sie Alles. Czarnik schien dabei noch die besseren Chancen zu besitzen. In einem schwierigen Damenendspiel hatte er jedoch einen Bauern weniger. Was auch immer er versuchte, sein Gegner hatte immer eine passende Antwort. Ähnlich erging es Buthmann. Er hatte es mit einem schwierigen Läuferendspiel zu tun. Aber auch er überreizte. Letzten Endes lief ein Bauer seines Gegners zur Umwandlung.

Trotz dieser Niederlage waren die Königsspringer nicht am Boden zerstört. Haben sie in diesem Jahr mit dem sicheren Klassenerhalt doch mehr erreicht als sie erwartet hatten.

KS Haltern – Roch. Steele / Kray 3:5

Ribbeheger – Fleischhauer 0:1, Weber – Tschendel 1:0, Czarnik – Landau 0:1, Lombardi – Bonger ½, Buthmann – Greger 0:1, Rath – Happe 0:1, Dreckmann – Korber ½, Lautenschütz – Hermann 1:0.

-ath

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