Der Schachbund NRW und der Schachverband Ruhrgebiet haben auf ihrer Arbeitstagung am vergangenen Sonntag in Duisburg tiefgreifende Änderungen für die hiesigen Schachfreunde beschlossen. Diese werden bereits ab der kommenden Saison 2009/2010 zum Tragen kommen.
Nach dem Vorbild der NRW-Ebene ist auch auf Verbandsebene der Spielbeginn auf 11 Uhr festgelegt worden. Davon ist auch die erste Mannschaft des Schachvereins Königsspringer Haltern betroffen. Grund war einer Umfrage im Internet, die eine große Mehrheit für den früheren Beginn als Resultat hatte. Es wird allerdings nur noch eine Frage der Zeit sein, bis diese Regelung dann auch auf die Bezirksebene, dann für alle Mannschaften, ausgeweitet wird.
Ein Grund dafür ist, dass damit etwas Zeit gewonnen wird. Denn die Hängepartien kehren zurück! Ältere Schachspieler kennen dieses Szenario noch. Nach sechs Stunden Spielzeit werden die noch laufenden Partien für eine Stunde unterbrochen, damit sich die jeweiligen Spieler mit ihren Mannschaftskollegen Plänen schmieden können. Da elektronische Hilfsmittel ja schon bereits seit einiger Zeit nicht mit ins Spielareal gebracht werden dürfen, wird es dann auch nicht darauf ankommen, wer den schnelleren Rechner oder das bessere Schachprogramm auf seinem Laptop hat. Ziel ist es, damit eine höhere Qualität der Partien zu erzielen.
Auch das Thema Doping wird von nun an alle Spieler betreffen. Mögliche Kontrollen wurden auf alle Spieler ausgeweitet! Damit sind nicht nur noch Kaderspieler oder Teilnehmer der deutschen Meisterschaften davon betroffen. Ob Kaffee auch auf die Liste der verbotenen Substanzen kommt, muss allerdings er erst geklärt werden.
Die letzte aber vielleicht wichtigste Änderung ist eine Regel aus dem Jugendbereich. Die Aufstellung erfolgt, wie es auch in anderen Sportarten erfolgreich eingeführt worden ist, nach dem Leistungsprinzip, also der DWZ. Damit soll ausgeschlossen werden, dass „Strohmänner“ an den vorderen Brettern aufgestellt werden und je nach Gegner auch zum Einsatz kommen oder nicht. Und da bekanntermaßen der Frauenanteil unter den Schachspielern beim Sprung aus dem Jugend- in den Seniorenbereich dramatisch abnimmt, wurde mit sofortiger Wirkung, allerdings erst nur für die Verbandsebene, ein Frauenbrett eingerichtet. Dieses ist grundsätzlich das letzte Brett der jeweiligen Mannschaft.
Da diese Regelung jedoch schon länger im Gespräch war, kam es für die Königsspringer nicht überraschend, so dass sie bereits einen Tag später die Katze aus dem Sack lassen konnten. Die Königsspringer Haltern werden eine Spielgemeinschaft mit dem Lokalrivalen SV Hullern eingehen, da diese gute Schachspielerinnen in ihren Reihen haben. Aber auch die Hullerner profitieren davon, so wird der eine oder andere Spieler auf Verbandsebene zum Einsatz kommen. Wie genau diese „Ehe“ allerdings aussehen wird, muss erst noch näher besprochen werden.