Das zweite Mitternachtsblitzturnier des Schachvereins Königsspringer war ein voller Erfolg. Insgesamt 56 Teilnehmer aus ganz NRW fanden sich am Freitagabend im Trigon ein, in 55 Blitzpartien den wahren Meister in der schnellen Form des königlichen Spiels zu küren. Neben der notwenigen Spielstärke gehörte auch eine ausgezeichnete Kondition, zwölf Stunden lang immer die richtigen Züge zu finden und die Gegner immer wieder vor unlösbare Aufgaben zu stellen.

Zu den Topfavoriten gehörten der Vorjahressieger Mikhail Zaitsev vom SV Turm Bergheim, Andrei Orlov vom SC Hassel KS GE und der in Haltern bekannte IM Thomas Henrichs, der mit dem Königsspringer Thomas Michalczak für den ehemaligen Bundesligisten Plettenberg an den Start geht. Neben ihnen gingen jedoch noch eine Reihe weiterer guter Spieler an den Start.

Da das Turnier zeitgleich Auftakt der Festivitäten zum 80-jährigen Jubiläum des Vestischen Schachkreises war, fanden sich auch weit über 20 Akteure aus den heimischen Vereinen ein. Den größten Anteil stellte dabei der SK RE-Altstadt, der gleich mit acht Spielern, darunter sechs Jugendspieler, den Weg in die Seestadt fand.

Der Vorsitzende des Schachkreises, Roman Pientka begrüßte alle Spieler zu diesem besonderen Schachereignis. Für den besten Spieler des Schachkreises hatte er noch einen Pokal mitgebracht.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr versuchte Turnierleiter Michael Rath diesmal ein Vollrundensystem, d.h. jeder spielt einmal gegen jeden. Das bedeutete nicht für ihn, sondern auch für alle Akteure besondere Aufmerksamkeit. Bis auf vier „Ausreißer“, die die zwölf Stunden nicht überstanden, bissen jedoch alle auf die Zähne und machten dem Turnierleiter das Leben leicht.

Und das obwohl es auch gute Preisgelder zu verteilen gab. So warteten auf den Sieger in der offenen Gruppe immerhin 225 €, für den Zweiten 150 € und für den dritt- und viertplatzierten immerhin noch 75 €. Von Beginn an setzten sich die Favoriten an die Spitze. Dabei beherrschte Zaitsev das Feld jedoch nach Belieben. Lediglich gegen Orlov und Henrichs gab er einen halben Punkt ab, die restlichen (53!!) Partien entschied er, größtenteils mühelos, zu seinen Gunsten! Orlov landete am Ende auf Platz zwei und verdrängte Henrichs in den letzten Runden noch auf den dritten Rang. Im direkten Duell hatte Orlov noch früh die Oberhand behalten, musste dann aber eine unerwartete Niederlage einstecken. Lange Zeit lief er diesem Rückstand hinterher. Doch eine kleine „Schwächephase“ Henrichs mit drei Remisen im letzten Viertel (gegen ca. 7 Uhr morgens) ließen Orlov wieder an Henrichs vorbeiziehen. Den vierten Platz belegte der vereinslose A. Izrailev mit 50 Punkten.

Aber auch in den Ratinggruppen wurde ausgezeichnetes Schach gezeigt. In der Gruppe von 1700 – 1999 DWZ belegte Max-Günter Raimann (SK Listiger Turm) den ersten Rang (46 Punkte; Platz fünf Geamtwertung!). Dem stand Slavko Krneta (ebenfalls vereinslos) in der Gruppe bis 1699 DWZ in nichts nach. 43 Punkte bedeuteten Platz acht in der Gesamtwertung. Aber auch in der Jugendklasse wurde bis zur letzten Partie gekämpft. Am Ende hatte Sven Keuter vom SV Datteln mit 34 Punkten und Rang 20 doch recht klar die Nase vorn. Frank Eggenstein von der RSG Läufer/Ost erhielt aus den Händen von Pientka den Pokal für den bestplatzierten Spieler des Vest. Schachkreises.

Die Spieler des Ausrichters waren dagegen in diesem Jahr nicht ganz so erfolgreich. So mussten sich Günther Dreckmann (28,5 Punkte; Rang 28), Albert Panian (25;31), Josef Czarnik (23,5;35) sowie Roland Michalicek (18,5;40) mit Plätzen im Mittelfeld begnügen.

Obwohl die Mehrzahl der Teilnehmer die hervorragende Organisation und den Spielmodus lobten und versprachen auch im kommenden Jahr, am liebsten bei einem 24- oder sogar 36-Stundenblitzturnier, wieder zu kommen, sind sich die Königsspringer nicht sicher, ob es zu einer weiteren Auflage kommen wird, da es immer schwieriger wird, genügend Helfer für solch ein Event zusammen zu bekommen.

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